Johannes von Râșca und Secu

Gedächtnis: 30. August
Der heilige Johannes (rumän. Ioan) von Râșca und Secu wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einer Familie freier Kleinbauern auf dem Gebiet des heutigen Kreises Vrancea geboren. Er war mit dem späteren Metropoliten Varlaam (Moțoc) von Moldau verwandt, der seine geistliche Berufung erkannte und ihn für den Eintritt in das Kloster Râșca segnete. Dort empfing Johannes um das Jahr 1630 aus den Händen des Abtes Agathon die Mönchsweihe. Achtzehn Jahre lang lebte er im Kloster Râșca und übte sich im Gebet, im Gehorsam und im asketischen Leben. Danach wurde er von Metropolit Varlaam in das Kloster Secu entsandt, wo er unter den Äbten Nikephoros und Gedeon verschiedene monastische Gehorsamsdienste versah.
In den Jahren 1645 und 1646 ließ der moldauische Fürst Vasile Lupu die Festung von Târgu Neamț zu einem kleinen befestigten Kloster zu Ehren des heiligen Nikolaus des Wundertäters umbauen. Dieses wurde später zu einem Metochion des Klosters Secu. In Zeiten des Krieges und anderer Bedrängnisse fanden dort die Familie des Fürsten und die vornehmen Bojaren Zuflucht; auch der fürstliche Schatz wurde innerhalb der Festungsmauern verwahrt. Der heilige Johannes wurde zum Vorsteher dieses Klosters bestellt und leitete es bis zum Jahr 1665.
Im Jahr 1650 taufte er die Tochter des Bojaren Joldea, der als Waffenmeister der Klosterfestung diente. Bis zu ihrem sechzehnten Lebensjahr war er ihr geistlicher Vater und Lehrer. Durch seine Unterweisung erweckte und bestärkte er in ihr das Verlangen nach dem monastischen Leben. Später empfing sie die Mönchsweihe unter dem Namen Theodora und wurde als heilige Theodora von Sihla zu einer der bekanntesten Asketinnen Moldaus.
Im Jahr 1666 wurde Johannes zum Abt des Klosters Secu ernannt. Bereits im folgenden Jahr empfing er die Bischofsweihe und wurde auf den Bischofssitz von Huși berufen. Seit dem Jahr 1674 stand er als Bischof der Diözese Roman vor. Auch in seinem bischöflichen Dienst bewahrte er die Demut und Strenge des monastischen Lebens und erwies sich als fürsorglicher Hirte der ihm anvertrauten Gläubigen.
Gemeinsam mit dem Vornik Moțoc aus Odobești gründete der heilige Johannes das Kloster Mera, das auch unter der Namensform Mira bekannt ist. Bis zum Ende seines Lebens setzte er sich für die Stärkung des klösterlichen Lebens und die geistliche Erziehung des Volkes ein. Der heilige Johannes entschlief im Jahr 1685 im Herrn und wurde beim Katholikon des Klosters Secu beigesetzt.
Am 6. März 2008 wurde Johannes durch den Heiligen Synod der Rumänischen Orthodoxen Kirche gemeinsam mit acht weiteren Asketen aus dem Gebiet von Neamț verherrlicht. Die feierliche Proklamation seiner Verherrlichung fand am 5. Juni desselben Jahres im Kloster Neamț statt.
Gebete
Troparion (4. Ton)
Auserwählter Schüler der heiligen Metropoliten Varlaam und Dosoftei von Moldau, durch Gottes Fügung wurdest du heiliger und wunderbarer Hierarch, Bischof von Huși und Erzbischof von Roman. Die rechte Glaubenslehre bewahrend, hast du die Herde Christi geweidet und, in Heiligkeit lebend, die heiligen Klöster Râșca und Secu gesegnet. Heiliger Hierarch Ioan, bitte Christus, unseren Gott, unsere Seelen zu erretten!